Zweiter Tag. Leider konnte ich am Sonnabend nicht dran teilnehmen. Nach dem gemeinsamen Aufwachen im Foyer gab es die Themenfindung für den Tag. Zorah Mari (Medientheoretikerin, interdisziplinär) hat das große Los gezogen, sie darf anfangen. Der Vortrag wird nebenbei mit ihrem Mobiltelefon aufgenommen – allerdings nicht ins Netz gestellt.
(Kleine Verzögerung – Vivian hat sich am Müsli verschluckt.)
Zorah Mari Bauer — Mobile Art
Jetzt: Was kommt nach dem Web 2.0? Zorah: Mobiles Web, mobiles Lifestyle 3.0, ortsbasierte Dienste und „Weana G’schichten“.
Was in der Luft liegt, soll künstlerisch umgesetzt werden.
Kunst verwertbar machen, reinholen ins echte Leben. Ein Ansatz, den, so Zorah, der Großteil der Künstler abweisen würde.
Semantisches Weg ja, aber nicht virtuelle Parallelwelt, sondern aus dem echten Leben heraus. Geotagging? Es wird nicht mehr nur am stationären Rechner geschrieben, sondern mobil.
Die Welt nicht mehr in den Computer gebracht, sondern der Computer in die Welt.
Aus medialen Anwendungen werden mediale Inhalte.
Gedächtnispflege nicht mehr mit Pappboxen.
Beispiel Café Sperl. Das Café bietet die Möglichkeit sich sinnlich, physisch zu treffen und – weil Café – über Rezepte auszutauschen. Die Rezepte, aber auch die Situation an sich (Kaffeerunde, mehrere Menschen, Atmosphäre) werden auf der Seite des Cafés abgelegt und sind somit immer abrufbar. Den Aspekt mit der Sinnlichkeit finde ich interessant. Also Kuchen essen… 🙂
Virtuelles Nachbarschaftsalbum: Schnappschüsse werden gesammelt, verortet und mit Geschichten angereichert. Dadurch schreiben sie ihre eigene Geschichte. Geschichte, die nicht durch Historiker oder Autoritäten aufgezeichnet wird, sondern von den Menschen, die die Geschichte erlebt haben. Auch nett.
Sehr interessant: Medienkulturen im Wandel. Gegenüberstellung von Medienkulturen 1.0, 2.0 und 3.0. 1.0 auf Konsum ausgerichtet, linear, Massenprodukt, Qualität, Bestimmungs-Elite. 2.0 Teilhabe, modular, Dialog und Authentizität als wichtigste Eckpunkte. Keine Bestimmungs-Elite. 3.0 nicht mehr Teilhaben, sondern Erleben. Atomisert, automatisch kontextspezifisch aggregiert, reale Community (Schwarm).
Dazu ein zweidimensionales Forum zum Diskutieren (s. Diskussionsforen 2).
Mittagessen. Asiatisch. Ohne Fleisch. Danke, Frosta Chinamann von um der Ecke. Also fürs Essen allgemein…
Danach war ich dran. Eigentlich ein grundlegendes Thema und eine Einstiegssession: „Kunst & Web 2.0 — Wie kommen die zueinander?“ Nach dem Web 3.0-Vortrag von Zorah war das eher Old-School. Nach einer allgemeinen (und subjektiven) Einführung was Kunst ist, wurde der Web 2.0-Grundgedanke (Mitmach-Web) erläutert. Von dort wurden die verschiedenen Plattformen und Kommunikationsmöglichkeiten für die unterschiedlichsten Kunstgattungen/ Medien erklärt. Teilweise mit praktischen Beispielen.
Nach dem Vortrag kam zum Glück noch eine kleine Diskussion auf, in der wir uns fragten, was Kunst ist, wie Kunst in den „neuen Medien“ aussehen kann. Dazu kamen mir noch einige nette Idee. Mal schauen, ob ich die irgendwann niederschreibe. Übrigens: sofern Bedarf besteht, den Vortrag noch einmal als Folien zu haben, kann ich den gerne hier zum Download anbieten. Nur bescheid geben…
Anschließend ging es schnell: Aufräumen, einpacken. Danke. Tschüss.
Vorher bekam ich jedoch freundlicherweise noch eine Privat-Session von Moritz (?) von LOMU, da ich den Vortrag vom Sonnabend nicht mitbekommen habe. Auch sehr spannend. Dazu vielleicht später mehr.
Danke an Vivian und Christian für die Organisation. Ich habe es doch bedauert, dass (am Sonntag) nur so wenige Leute anwesend waren. Es hätten gerne mehr sein können. Aber – so Zorah – Künstler haben oft Berührungsängste, wenn es um die neue Medien geht. Schade.
Wenn man mich fragt, was ich vom ersten ArtCamp mitgenommen habe, sage ich: Müsli (war noch so viel übrig). Und gute Ideen. Außerdem gab es nette Leute zum Unterhalten. Das nächste Mal nur bitte mehr Interessierte!
Und hier Fotos.
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