Hamburg hat, wie irgendwie beinahe jede Stadt, das Problem, dass Geld fehlt. Der Finanzsenator stellt sich zwar gerne hin und tönt, dass es der Stadt gut ginge, doch das sind nur Seifenblasen, um die Wähler zu beruhigen. Manchmal wird auch gar nichts gesagt, da kommen die Löcher in den Taschen erst nach der Wahl zum Vorschein, doch das ist nicht das Thema hier…
Also der Stadt fehlt Geld. Somit wird gespart. Mit Vorliebe hat der allein regierende CDU-Senat an allem gespart, was nach Bildung oder Sozialem roch. Sprachförderung wurde gekappt, Schulbücher müssen selbst gekauft werden, nur um Beispiele zu nennen.
Auf der anderen Seite wird für Hochglanz-Prospekt-Projekte Geld rausgeworfen. Wir erinnern uns an die goldenen Wege hin zur goldenen Elbdisharmonie in der HafenCity. Oder die unnütze U4. Dort sitzt das Geld ungewohnt locker. Im Grunde erzähle ich hier nichts Neues. Nur aus aktuellem Anlass noch einmal diese Zahlen:
- ein wunderbares, architektonisches Gebäude: einfach mal „verschenkt“
- 300 Millionen Euro „unter Freunden“ rausgegeben
- zusätzlich rund 3 Millionen Euro für eine Brücke und einen Vorplatz
- 99 Jahre Pacht-Freiheit
Na? Was ist das? Genau, das Tamm-Museum. Ein äußerst fragwürdiges und umstrittenes Museum. Ein Produkt der Sammelleidenschaft eines Mannes. Die Ausstellung selber soll dann auch ohne Reinreden der Stadt geplant worden sein. Man möge sich vorstellen: Da bittet man um echt viel Geld und der Geldverschenker kann keinen Einfluss darauf nehmen, wie das Geld benutzt wird.
Heraus kam eine konzeptlose, teilweise den Krieg verherrlichende Ausstellung – ein Hobby, für das der Steuerzahler zahlen durfte.
Am Eröffnungstag kommt dann noch der Grinse-Köhler vorbei, lässt sich ablichten und feiern, wird Hände schütteln. Der wird das Museum vermutlich auch ganz famos und knorke finden und höchstens (wenn überhaupt) nur eine kleine Kritik anbringen. Abends wird die Eröffnung bestimmt groß in den TV-Lokalnachrichten gefahren und am darauffolgenden Tag schön breit im Sensatsblatt ausgewalzt. Mit unserem ebenfalls immer grinsenden Spaß-EB vorn. weg. Da kann einem nur übel bei werden… :nene:
Kommentar (1)
Das wollte ich gerade anprangern, aber Du warst schneller. Es ist zum Haare raufen, wie in Hamburg das Geld zu weit geöffneten Fenstern hinausgeworfen wird. Erzählt das mal den hungrigen Kindern, blöde Politiker *schäum*
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